Informationsgespräch zum aktuellen politischen Geschehen im Kosovo

Die ehemalige Abgeordnete im Kosovarischen Parlament, Njomza Emini, absolviert derzeit ein Programm in Wien und Brüssel. Das nützte die Österreichisch-Kosovarische Freundschaftsgesellschaft für ein Informationsgespräch im Rahmen einer Members-Only-Veranstaltung.

Emini lieferte interessante Einblicke in die gegenwärtige politische Situation. Die Fragen der teilnehmenden Mitglieder in dem Gespräch unter der Leitung von Lukas Mandl bezogen sich vor allem auf die anstehende Regierungsbildung, die Frage der Demarkationsentscheidung im Parlament, die grundlegend ist für die Visafreiheit, die nur die Bevölkerung der Republik Kosovo noch entbehren muss, während alle Nachbarstaaten bereits wirtschaftlich und kulturell von der Visafreiheit profitieren.

Emini berichtete auch über ihr Engagement speziell für das „Empowerment“ von Frauen in dem jungen Staat. Die junge Politikerin, die sich in ihrer Heimatstadt Pristina bei den im Herbst anstehenden Lokalwahlen engagieren wird und bei den nächsten Parlamentswahlen wieder selbst kandidieren will, hat eine klare frauenpolitische Agenda. Außerdem stetzt sich sich für paraolympische Sportlerinnen und Sportler ein.

Besonders gedankt wird seitens der Freundschaftsgesellschaft der Volkshochschule Urania, die durch Geschäftsführer Günther Sidl als Austragungsort für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt worden war.

Hier ist es möglich, Mitglied der Österreichisch-Kosovarischen Freundschaftsgesellschaft zu werden.

Tomate namens “Kosovo” entwickelt sich prächtig

Heute eine erfreuliche Information der anderen Art:

Prof. Johann Günther, Gründungsmitglied der Österreichisch-Kosovarischen Freundschaftsgesellschaft, hat darauf hingewiesen, dass der bekannte Tomatenzüchter Stekovics eine Tomatensorte namens “Kosovo” auf den Markt gebracht hat.

Tomatenzüchter Stekovics (2.v.li.) mit Familie Günther

Wir hören, dass sich die Tomate prächtig entwickelt hat und wünschen alles Gute!

Galerie aus Pristina mit österreichischer Geschäftsführung bei Pariser Kunstausstellung

Die von der Österreicherin und neuen Vizepräsidentin der Österreichisch-Kosovarischen Freundschaftsgesellschaft, Katharina Schendl, mitbegründete und -geleitete Galerie LambdaLambdaLambda in Pristina wird bei der renommierten Internationalen Kunstmesse “Fiac!” in Paris ausstellen. Hier finden sich die Details zur Ausstellung und zu den Galerien.

Ulrike Lunacek zu den jüngsten Parlamentswahlen in der Republik Kosovo

Ulrike Lunacek, Berichterstatterin des Europaparlaments zum Integrationsprozess der Republik Kosovo und auch Vizepräsidentin der Österreichisch-Kosovarischen Freundschaftsgesellschaft, hat sich zur Durchführung der jüngsten Parlamentswahl in der Republik Kosovo geäußert und die beiden großen anstehenden Themen – die Ratifizierung des Grenzabkommens mit Montenegro zur Erreichung der Visa-Liberalisierung sowie die anstehenden Reformen im Justizbereich – angesprochen.

Ulrike Lunacek, bei der jüngsten Veranstaltung der Freundschaftsgesellschaft zu “Kosovo vor den Wahlen”

Unten findet sich die APA-Meldung im Wortlaut.

Hier findet sich der Beitrag aus der Tiroler Tageszeitung.

14.06.2017 13:47 | APA0334 | AA, CA, AI | EU / CEE / Parlamentswahlen / Int. Beziehungen / Europäische Union / Kosovo

Kosovo-Wahlen laut Lunacek friedlich verlaufen

Berichterstatterin des Europaparlaments glaubt, dass Regierungsbildung schwierig wird – Karas fordert Normalisierungsprozess und Dialog zwischen Serbien und Kosovo

Straßburg (APA) – Die Zukunft des Kosovo liegt in Europa, allerdings müsse die kosovarische Regierung dazu mehr tun, hat die Kosovo-Berichterstatterin des Europaparlaments Ulrike Lunacek (Grüne) am Dienstag in Straßburg gefordert. Lunacek präsentierte ihren mittlerweile siebenten Bericht zum Kosovo, der am Mittwoch ebenso wie die Fortschrittsberichte zu Serbien und Mazedonien vom Europaparlament angenommen wurde.

Die Wahlen am Sonntag seien sehr friedlich verlaufen, berichtete Lunacek, doch werde es sehr schwierig werden, eine Regierung zu bilden. “Die Gräben müssen überwunden werden”, forderte sie. Dazu sei es nötig, dass der Kosovo das Grenzabkommen mit Montenegro sowie Reformen im Justizbereich umsetze, damit es zur Visa-Liberalisierung komme.

Das Assoziierungsabkommen mit der EU sei in Kraft, und Kosovaren könnten nun an EU-Programmen teilnehmen. Allerdings gebe es noch viel zu tun im Kosovo, vor allem um im Wirtschaftsbereich die hohe Arbeitslosigkeit von jungen Menschen zu bekämpfen, aber auch im Bildungs- und Gesundheitsbereich, konstatierte Lunacek.

Bei den Beziehungen des Kosovo zu Serbien sei zwar am Papier Einiges weitergebracht worden, doch “der Kosovo hat die Vereinigung der serbischen Gemeinden noch nicht umgesetzt”, weil die Serben Exekutivgewalt fordern. Auch habe es immer wieder massive Störungen von serbischer Seite gegeben, wie der Versuch, den möglichen Premier Ramush Haradinaj zu verhaften, so Lunacek.

Der ÖVP-Abgeordnete Othmar Karas forderte, sowohl den Kosovo als auch Serbien auf, “den Normalisierungsprozess und den Dialog” nicht abzubrechen. Auch Österreich sei hier gefordert, “seine Glaubwürdigkeit zu nützen, um gemeinsam mit der EU Rückschritte im Kosovo zu vermeiden”, so Karas. Von jenen EU-Staaten, die den Kosovo noch nicht anerkannt haben (Griechenland, Rumänien, die Slowakei, Spanien und Zypern) verlangte Karas, dies zu tun, “um ein klares Signal für einen zukünftigen Beitritt zu senden”.

Karas konstatierte wirtschaftliche Fortschritte in Serbien. Die Eröffnung neuer Verhandlungskapitel könne helfen, die “Medienfreiheit zu stärken und politische Einflussnahme auf die Justiz sowie die Korruption zu bekämpfen”. Mazedonien habe seinen Status als Musterschüler verloren, und müsse “dringend effektive Reformen bei Rechtsstaatlichkeit, Justiz und Bekämpfung der Korruption” umsetzen, sagte Karas.

(Schluss) mhh/ade

“Kosovo vor den Wahlen” – Vorausschau mit viel Expertise

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in der Republik Kosovo hat die Österreichisch-Kosovarische Freundschaftsgessellschaft eine Podiums- und Publikumsdiskussion unter dem Titel “Kosovo vor den Wahlen” veranstaltet.

Unter der Leitung von Präsident Lukas Mandl diskutierten die Vizepräsidentin Ulrike Lunacek (die als Mitglied des Europaparlaments und dessen Vizepräsidentin auch Berichterstatterin zum Integrationsprozess der Republik Kosovo ist), Adelheld Wölfl (Journalistin und Expertin der Tageszeitung “Der Standard”) und Sami Ukelli (Botschafter der Republik Kosovo in Österreich).

Sami Ukelli, Adelheil Wölfl, Ulrike Lunacek, Lukas Mandl

Mit viel Erfahrung über die bisherigen Kontakte mit den gewählten Kosovarischen Parlamentarierinnen und Parlamentariern sowie den Regierungsmitgliedern sowie mit Hintergrundwissen über Stimmungslagen in der Bevölkerung etwa zur wichtigen Frage der Visa-Liberalisierung, die nur für die Republik Kosovo noch immer auf sich warten lässt, während die Menschen der anderen Staaten des Westbalkans reisen dürfen, wurden verschiedene Szenarien gezeichnet.

Bei der gut besuchten Veranstaltung kamen auch aus dem Publikum viele wertvolle Hinweise und Beiträge sowie Fragen, die für eine belebende Diskussion gesorgt haben. Mit dieser Veranstaltung war die Österreichisch-Kosovarische Freundschaftsgesellschaft – die jüngste bilaterale Freundschaftsgesellschaft Österreichs! – zu Gast bei der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft – das ist die älteste Freundschaftsgesellschaft.

Im Rahmen der Veranstaltung konnten erstmals Barspenden für einen guten Zweck gesammelt werden – konkret für das Hilfsprojekt “Hände voll Erbarmen” von Schwester Maria Martha Fink.

Spenden erbeten für “Hände voll Erbarmen”

Die österreichische geistliche Schwester Maria Martha hat vor einem Vierteljahrhundert ihr Hilfsprojekt im Kosovo bekommen. Von Anfang an ist sie selbst mit dem Auto zwischen dem Kosovo und Österreich gependelt. Bei einem Frühstücksgespräch mit der Freundschaftsgesellschaft hat Außenminister Enver Hoxhaj das Engagement von Schwester Maria Martha, deren Einrichtung übersetzt “Hände voller Güte” heißt, besonders positiv hervorgehoben. So hat die Freundschaftsgesellschaft im Rahmen einer Studienreise das “Hände voller Güte” besucht. Die Reisenden haben sich ein Bild von der Hilfstätigkeit vor Ort gemacht und auch sofort mehrere hundert Euro gespendet.

Mittlerweile hat die Freundschaftsgesellschaft ein Sub-Konto eingerichtet, an das Spenden gerichtet werden können. Auch bei Veranstaltungen der Freundschaftsgesellschaft werden Barspenden gesammelt, so zuletzt bei einer Diskussion unter dem Titel “Kosovo vor den Wahlen”. Diese Spenden kommen direkt den “Händen voll Erbarmen” zugute. Eine genaue Abrechnung erfolgt jeweils im Frühjahr anlässlich der Generalversammlung der Freundschaftsgesellschaft. Wir bitten herzlich um Spenden auf das Sub-Konto der Österreichisch-Kosovarischen Freundschaftsgesellschaft mit diesen Daten: IBAN: AT17 3400 0000 3723 7583, BIC: RZOOAT2L. Danke! 

Freundschaftsgesellschaft vergrößert “und verbreitert”

Ein Jahr nach ihrer Gründung hat die Österreichisch-Kosovarische Freundschaftsgesellschaft im Rahmen ihrer Generalversammlung Board und Advisory Board vergrößert “und vor allem auch verbreitert”, wie Präsident Lukas Mandl betont.

“Wir leben die Freundschaft mit der jungen Republik Kosovo. Wir sind die jüngste bilaterale Freundschaftsgesellschaft Österreichs und betreten in vielerlei Hinsicht Neuland. Das erfordert viel Pioniergeist, viel Erfahrung und eine echte Freude an der Arbeit für eine gute Zukunft im gemeinsamen Haus Europa.

Wir müssen uns immer dessen bewusst sein, dass nicht nur eine historische Freundschaft zum Kosovo besteht, sondern dass die Stabilität auf dem Balkan untrennbar mit der Entwicklung von ganz Europa verbunden ist. Wenn wir also die Freundschaft mit der Republik Kosovo leben, dann ist das nicht nur menschlich bereichernd, sondern durchaus aus in unserem ureigensten mitteleuropäische und österreichischen Interesse”, so Mandl.

Hier finden sich die Namen der Board und Advisory Board Mitglieder.